Funktionelles
MRT
Patienten Information
Dr. Kammenetski, Stefan Stolle
Im Rahmen der Diagnostik und
Therapie von Hörstörungen ist es zunehmend
von Bedeutung, neben der normalen Hörprüfung
auch Aussagen über die zentrale Hörbahn treffen
zu können. Speziell bei der Entscheidung, ob ein
Patient für eine Cochlea-Implantation in Frage
kommt, ist das Wissen über einen intakten Hörnerven
bzw. eine funktionstüchtige Hörrinde bedeutsam.
Die zu diesem Zweck auch genutzten akusitisch evozierten
Potentiale (AEP) unterliegen in den Hirnrindenbereichen
großen Schwankungen und Anfälligkeiten gegenüber
Störfaktoren. Durch Kombination eines Promontoriumstestes
(PT, elektrische Stimulation über eine durch das
Trommelfell gelegte Nadel) mit der funktionellen Magnetresonanztomographie
(MRT) ist es möglich, nach elektrischen Reizen
die Aktivierung der Hörbahn nachzuweisen. In Zusammenarbeit
der Abteilungen für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
und Neuroradiologie der Medizinischen Hochschule Hannover
wurde eine Möglichkeit entwickelt, die Reize des
PT über ein Glasfaserkabel in den Kernspintomographen
zu leiten und dort in ein elektrisches Signal umzuwandeln,
ohne dabei große Störeffekte hervorzurufen.
Bei jedem Patienten werden nun mehrmals im Wechsel während
Phasen mit und ohne Stimulation MRT-Untersuchungen durchgeführt.
Gemessen wird die Signalveränderung durch hohe
Konzentration von Deoxyhaemoglobin bei funktioneller
Aktivierung. Die in der folgenden Abbildung links dargestellten
Punkte zeigen die Aktivierung der Hörrinde nach
elektrische Stimulation. In der rechten Abbildung wird
die Übereinstimmung des Signals mit der Hirnrindenaktivierung
gezeigt.
Mittels der funktionellen Magnetresonanztomographie
soll zukünftig eine Vorhersagbarkeit der Ergebnisse
unserer Cochlea implant-Patienten möglich sein.
Auch die Untersuchung von Kindern wird anbestrebt.
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